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Medienschau: G20 und Marine Litter, Freiwillige Selbstverpflichtung Initiative ERDE, Bußgelder für Verpackungsschwindler

Politik und Wirtschaft drängen sich zunehmend in den Mittelpunkt der weiterhin wachsenden Diskussion rund um das Thema „Plastik und seine Umwelt“. Wie vielfältig die Lösungansätze, wie breit die Themenstreuung, aber auch wie vielschichtig die Herausforderungen sind, dokumentiert die Auswahl der aktuellen Berichterstattung und besonders informativen Beiträge.

Die Staatsoberhäupter und das Müllproblem

Eines der Hauptthemen auf dem G20-Gipfel war der „Plastikmüll in den Weltmeeren“. Wenn die weltweite Recyclingquote optimiert, das Bewusstsein für die Ressourcen unsere Erde global verstärkt und eine Lösung im Kampf für die Umwelt gefunden werden will, muss die Lösung auch von ganz oben getragen und vorangetrieben werden. Entsprechend wurde im Rahmen der G20-Konferenz der Umweltminister vor 14-Tagen die erste umfassende internationale Vereinbarung zur Verringerung des Plastikmülls in den Weltmeeren beschlossen. Wie die Zeit berichtet, sind Maßnahmen auf freiwilliger Basis bei Müllvermeidung, Innovationen sowie Überwachung und Analyse geplant.

Beim G20-Treffen der Regierungschefs am vergangenen Wochenende trat laut Spiegel das Thema Plastikmüll aufgrund der straffen Agenda des Gipfels jedoch in den Hintergrund. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), erwähnte immerhin die von Japan angestoßene Initiative gegen die Meeresverschmutzung.

Die globale Kunststoffindustrie hatte schon zu Beginn des Jahres mit Gründung der „Alliance to end plastic waste“ ein starkes Signal für ihr Engagement beim drängenden Problem der Meeresverschmutzung gesetzt.

2000 Unternehmen drohen Bußgelder wegen Verpackungsschwindel

Das berichten über 200 Medien, darunter NTV mit dem Artikel „2000 Firmen missachten Verpackungsgesetz„. Denn die „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ macht ernst und hat eine Vielzahl an Ordnungswidrigkeiten zum Vollzug den Behörden übergeben. Die Stiftung  „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ wird getragen von den Industrieverbänden BVE – Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (Wir für deine Ernährung), HDE – Handelsverband Deutschland (Zentrale Stelle für mehr Recycling), IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (Neues Verpackungsgesetzt),  sowie des Markenverband e.V. (Verpackung und Entsorgung).

Seit sechs Monaten gibt es das neue Verpackungsgesetz, das die Kosten fürs Recycling von Verpackungsmüll fairer verteilen soll. Doch eine größere Zahl an Unternehmen hält sich nicht an die Regeln. Deswegen drohen ihnen nun Bußgelder.

Die Kunststoffdebatte läuft weiter – Versachlichung gefordert

Hohe Aufmerksamkeit erhielt ein FAZ-Interview mit Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender der BASF. Unter dem Titel „Kunststoff ist oft die ökologischste Alternative“ warnt er: „Wenn wir in Europa nicht aufpassen, kaufen wir Nachhaltigkeitstechnik künftig in China.“

In einem Beitrag der Aachener Zeitung mahnt auch Professor Thomas Pretz, Lehrstuhl für Aufbereitung und Recycling fester Abfallstoffe am RWTH Aachen, eine differenziertere Betrachtung der Müllproblematik an. Es gehe um die gesamte Ökobilanz nicht um die einzelne Tüte.

Nicht zuträglich für eine versachlichte Debatte sind Beiträge, wie im Magazin Pressesprecher, die auf das noch nicht erschlossene Profilierungspotential bei „Plastikvermeidung“ verweisen. Die Grenzen zwischen Plastik-Bashing, Augenwischerei, Green-Washing und echtem nachhaltigem Engagement verlaufen fließend. Auch wir sind für Müllvermeidung und gegen Überverpackung. Diese Aspekte betreffen nicht nur Kunststoff, sondern auch alle anderen Verpackungsmaterialien, die sich an ihren spezifischen Leistungsmerkmalen und zunehmend auch hinsichtlich ihrer wirklichen Ökobilanz messen lassen müssen. Nicht nur deshalb haben wir jüngst unseren „Management Leitfaden Eco Design“ veröffentlicht.

Chemisches Recycling – kein Tag ohne neue Meldungen

So will – wie das Handelsblatt berichtet – die Biofabrik auf Dresden in Zukunft Diesel aus Meeresplastik herstellen. Wenn Sie mehr Hintergrund zu Chemischem Recycling suchen: Wir haben das Thema bereits recht umfassend mit Präsentationen, Videos und Grafiken in einem Beitrag aufbereitet.

Freiwillige Selbstverpflichtung – „Alle Folien vom Feld sammeln und recyceln!“

ERDE Freiwillige Selbstverpflichtung Agrarfolien

Alle Folien vom Feld sammeln und recyceln

Mit guten Beispiel voran geht die Initiative Erntekunststoffe Recycling Deutschland ERDE. Die Erstvertreiber und Hersteller von landwirtschaftlich genutzten Plastikfolien verpflichteten sich letzte Woche  in Zusammenarbeit mit andern Verbänden freiwillig 65% der Erntekunststoffe für mehr Recycling und Klimaschutz zu sammeln.

Die Initiative setzt sich aus Mitgliedern der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. zusammen, die gemeinsam Initiative für den Umweltschutz ergriffen haben und auch erste Erfolge vorweisen können. Mehr Information gibt es auf der Homepage der Initiative ERDE.

2019-08-01T10:30:19+02:00
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