Zeit für ein Umdenken - Die Plastikverpackung ist nicht immer böse!

Medienschau – Zeit für ein Umdenken

Seit etwa einem Jahr ist die „Plastikgurke“ aus den Supermärkten verschwunden. Gelöst ist das Problem damit jedoch nicht. Denn die fehlende Plastikverpackung sorgt jetzt dafür, dass die Gurken viel schneller verderben – und das bereits auf dem Transportweg. Unzählige Salatgurken können daher nur noch zu Entsorgungsstellen transportiert werden. Das verursacht Mehrkosten und die zusätzlichen Fahrten belasten die CO2-Bilanz. Deshalb setzt Lidl nun ein Zeichen zum Umdenken: Künftig gibt es dort wieder eingepackte Gurken, wie der Merkur im Artikel „Lidl ändert Konzept nach Gurken-Schock radikal. „Plastik ist nicht immer böse“ schreibt. 

Umgang Mit Verpackungsabfaellen In Deutschland - Plastikverpackung

Quelle: PlasticEurope – Plastic The Facts 2018

Unsere Müllberge – ein Spiegelbild unseres Handelns

Umdenken müssen auch die Verbraucher. Denn unser Müll ist ein Spiegel unseres Konsums. Gerade wir Deutschen sind Europameister im Verpackungsverbrauch. Wir trennen unseren Müll zu schlecht und recyceln zu wenig. Das schreibt der WDR in seinem Beitrag „Alles Müll“. So hat sich seit 1994 unsere Abfallmenge fast verdoppelt, wiederverwertet wird aber nur ein kleiner Teil davon. Es besteht also eine Menge Handlungsbedarf. Allerdings schätzen viele Menschen völlig falsch ein, mit welchen individuellen Handlungen sie dem Klima wirklich helfen können. Das ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Im Interview „Umweltverbände und Umweltbundesamt halten augenscheinlich wenig von gutem Marketing“ auf klimafakten.de erzählt Frank Bilstein, Initiator der Untersuchung, woran das liegt.

Politik muss handeln

Auf der Fachtagung „Future Resources 2019“ stand die Ressourcenverschwendung im Mittelpunkt. Dort setzten rund 150 Experten aus Handel, Konsumgüterindustrie und Recyclingwirtschaft ein deutliches Signal und fordern laut Labelpack einen „Qualitätsstandard für Rezyklate zur Stärkung der Absatzmärkte“. Die Teilnehmer nahmen auch die Politik in die Pflicht und verlangen eine Standardisierung über Normen, um den Rezyklat-Einsatz zu fördern.

Mehr Kunststoff-Recycling

MORE Logo MORE Logo Monitoring Recyclates for EuropeMehr politische Maßnahmen für Kunststoff-Recycling werden auch in Österreich gefordert. So wünschen sich neun von zehn Österreichern in einer aktuellen Studie, dass die Politik Maßnahmen für Kunststoff-Recycling fördert. Das schreibt OTS im Beitrag „Öko-Trend Kunststoffrecycling: 75 Prozent der Österreicher für Kreislaufwirtschaft“. Der große Vorteil von Kunststoffen ist deren Wiederverwertungsfähigkeit auf Basis des Rezyklat. Es lässt sich als Rohstoff für neue Produkte verwenden. Auch der Recyclingspezialist und Rohstoffversorger Alba Group weist auf die große Bedeutung des Recyclings für die Entlastung des Klimas hin, so ein Artikel „Alba Group: Gelber Sack ist gelebter Klimaschutz“ auf neue-Verpackung.de. Nur wenn Recycling fester Bestandteil in Produktion und Wirtschaft wird, können die Klimaschutz-Ziele 2030 erreicht werden.

Alle müssen mit anpacken

Mehr Klimaschutz ist auch das Ziel des von der EU-Kommission angekündigten „Green Deal“. Er soll bis 2050 Treibhausneutralität erreichen. Unterstützt wird das Vorhaben vom Verband der Chemischen Industrie (VCI). Im Beitrag „Deutsche Chemie für Treibhausgasneutralität bis 2050“ auf vci.de wird Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup zitiert: „Der Green Deal kann funktionieren, wenn Brüssel die Industrie als Partner und Lösungsanbieter für die großen Herausforderungen mit ins Boot holt. Kommt stattdessen nur eine Flutwelle neuer Regulierungen, geht es schief.“  Genauso ehrgeizig wie die Ziele der EU-Kommission sind auch die Vorgaben des neuen Verpackungsgesetzes. Auch sie lassen sich nur erreichen, wenn alle Beteiligten an einem Strang Nachhaltigkeit Von Plastikverpackung Kreislaufwirtschaft DEziehen. Und zwar vom Hersteller, über den Handel und Verbraucher bis hin zum Entsorger. Veolutions schreibt auf seiner Webseite „Der ideale Verpackungs-Kreislauf“, dass alles auf den Prüfstand zu stellen ist. Nur durch einen „Allianz der Verantwortung“ von Herstellern, Handel, Entsorgern und Verbrauchern lässt sich Großes für eine optimierte Kreislaufwirtschaft bewirken.

Modernes Abfallmanagement

Wie ein modernes Abfallmanagement für Industriestandorte und -betriebe aussehen kann, diskutierten Unternehmensvertreter und Entsorgungsexperten Ende November in Berlin. Bernhard Reiling, Präsident des Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V., erläuterte im Interview mit Recyclingnews, dass es „um ein praktikables, effizientes Wertstoffmanagement geht“. Nur so könnten die werthaltigen Abfälle möglichst sortenrein erfasst und einem qualitativ hochwertigen Recycling zugeführt werden. Dazu müsse die Wertschöpfungskette neu ausgerichtet werden, ein Design für Recycling sei hierbei ein Schlüsselfaktor. In diesem Zusammenhang fallen immer wieder Schlagworte wie biologisch abbaubar und kompostierbar, klimaneutral sowie nachhaltig produziert oder recycelbar. Verpackungsexpertin Sonja Bähr erzählt im Beitrag „Mehr als nur Green Packaging: Kriterien und Abgrenzung von Nachhaltigkeit“ auf packaging-journal.de, dass Unternehmen, die die Rangfolge „Vermeiden, Vermindern, Verwerten“ beachten, auf dem richtigen Weg zu einem ressourcenschonenden und umweltgerechten Einsatz von Verpackungen sind.

Mit innovativen Ideen vorangehen

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Erfolgreiches Team: Professor Walter Leitner (RWTH Aachen), Christoph Gürtler und Berit Stange (beide Covestro) sind in der Endrunde für den Deutschen Zukunftspreis (von links). (c) Covestro

Der Kunststoffindustrie ist bewusst, dass sie hier einen wesentlichen Beitrag leisten und mit innovativen Ideen vorangehen muss. Ein Team des Werkstoffherstellers Covestro, Leverkusen und der RWTH Aachen hat bereits ein neues Verfahren bei der Kunststoffproduktion entwickelt. Damit erreichte das Team das Finale für den renommierten Deutschen Zukunftspreis, wie platverarbeiter.de im Artikel „Zukunftspreis 2019: Team von Covestro und RWTH Aachen unter Finalisten“ schreibt.  Dank der neuen Technologie wird CO2 in der Kunststoffproduktion nutzbar und spart fossile Ressourcen wie Erdöl ein. Um neue Methoden zu entwickeln, bedarf es jedoch schlaue Köpfe. Hier hapert es augenscheinlich gerade, wie die Zahlen des Departments Kunststofftechnik an der Montan-Uni Leoben in Österreich zeigen. Denn haben sich Anfang der 1990er Jahre zu Semesterbeginn mehr als 100 Studenten eingeschrieben, waren es zuletzt nur 17, wie im Artikel „Plastik-Debatte: Das Sackerl ist nur die Spitze des Eisbergs“ auf Kurier.at zu lesen ist.  

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2019-12-13T09:18:25+01:00
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