• Export- und Beschäftigungsaussichten bleiben stabil

  • Ertragslage verbessert sich

Bad Homburg, 2. April 2025 – Die deutsche Kunststoffverpackungs- und folienindustrie blickt im zweiten Quartal 2025 zuversichtlicher auf eine wirtschaftliche Stabilisierung. Obwohl die Mehrheit der Unternehmen die allgemeine Wirtschaftslage weiterhin als herausfordernd bewertet, zeichnen sich im Vergleich zum Vorquartal deutliche Verbesserungstendenzen ab. Dies geht aus der aktuellen IK-Konjunkturumfrage hervor, an der 105 Mitgliedsunternehmen teilgenommen haben.

Im zweiten Quartal 2025 bewerten nur noch 57% der Unternehmen die allgemeine Wirtschaftslage als schlecht – eine Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal, in dem noch 70% diese Einschätzung teilten. Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch: Nur 1% der Unternehmen beurteilt die Lage als gut. Von immerhin 42% wird die Lage als befriedigend eingestuft. Dieser Trend deckt sich mit den Ergebnissen des ifo Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe, der sich zuletzt ebenfalls leicht verbesserte.

Stabilisierende Faktoren: Exporte, Rohstoffe und Beschäftigung

Während die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage noch verhalten ausfällt, erweisen sich andere Wirtschaftsindikatoren als robuster. So bleiben die Exporterwartungen trotz globaler Handelsunsicherheiten weitgehend stabil. Zwei Drittel der Unternehmen (66%) gehen von gleichbleibenden Exportgeschäften aus. Auch die Rohstoffverfügbarkeit erweist sich als verlässlich: Drei Viertel der Unternehmen (76%) erwarten keine Veränderungen bei der Beschaffung von Rohstoffen. Ebenfalls zeichnet sich eine Kontinuität in Bezug auf die Beschäftigungsentwicklung ab: 68% planen keine Veränderungen in ihrer Mitarbeiterzahl.

Neben dem stabilen Trend bei Exporten, Rohstoffversorgung und Beschäftigung liefern die erstmals erhobenen Absatzerwartungen in der IK-Konjunkturumfrage für das zweite Quartal 2025 ein differenziertes Bild der Branchenstimmung. Während die Mehrheit der Unternehmen (59%) von gleichbleibenden Absätzen ausgeht, sind die übrigen Einschätzungen nahezu ausgeglichen verteilt: 21% der Befragten erwarten eine Verbesserung ihrer Absatzsituation, während 20% mit einem Rückgang rechnen. Diese differenzierte Prognose verdeutlicht die unterschiedlichen Marktpositionen und Produktspezialisierungen innerhalb der Branche.

Als gut werden die Absatzerwartungen insbesondere im Bereich der industriellen und gewerblichen Verpackungen (u.a. Folien, Fässer, Kanister) und im Bereich Lebensmittelfolien sowie Flaschen bewertet.

Ertragslage mit positiver Tendenz

Die Ertragslage wird gegenüber den Vorquartalen als besser eingeschätzt. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Ertragslage als schlechter bewerten, sank entsprechend von 50% im ersten Quartal auf 42% im zweiten Quartal. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unternehmen mit positiven Erwartungen von 7% auf 10%. Der Großteil der Befragten (48%) geht von einer stabilen Ertragssituation aus. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Branche langsam an die herausfordernden Rahmenbedingungen anpasst.

Laura Müller IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen

„Die Ergebnisse unserer Konjunkturumfrage zeigen eine leichte Aufhellung der wirtschaftlichen Stimmung im Vergleich zum Jahresbeginn“, kommentiert Laura Müller, Referentin für Wirtschaft bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. „Allerdings bewegen wir uns weiterhin in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld, das von den Unternehmen hohe Anpassungsflexibilität erfordert. Die Politik darf sich jedoch nicht auf diese herausragende Eigenschaft des Mittelstandes verlassen, wenn sich die Zuversicht im Jahresverlauf nicht nur als Momentaufnahme erweisen soll.“