Am 18. September 2021 findet erneut der World Cleanup Day statt: An diesem Aktionstag befreien weltweit Bürgerinnen und Bürger die Umwelt von Abfall. So beteiligten sich im vergangenen Jahr bereits 11 Millionen Menschen in 160 Ländern daran, Straßen, Parks, Strände und Flüsse sauberer zu machen. Neben der Müllbeseitigung ist das Ziel des Aktionstages in erster Linie, für das Ausmaß der Umweltverschmutzung durch achtlos weggeworfene Abfälle zu sensibilisieren.

Abfall in der Umwelt kennt nur Verlierer

Häufig sichtbarstes Zeichen des als Littering bezeichneten Problems sind Plastikverpackungen, die nicht richtig gesammelt, getrennt, sortiert und schließlich neu verwertet werden – sondern auf Deponien oder irgendwo in der Umwelt landen. Dieser Zustand ist inakzeptabel und kennt nur Verlierer: Die Belastung der Umwelt und unserer Ökosysteme widerspricht jeder Vorstellung von Nachhaltigkeit. Die damit einhergehende Ressourcenverschwendung – denn Plastik ist schlicht viel zu wertvoll und zu schade zum Wegwerfen – steht noch auf einem anderen Blatt. Beide Aspekte sollten es uns wert sein, den Status quo beim Thema Abfall in der Umwelt endlich nachhaltig zu verändern.

Beitragsbild Müllsammeln Strand Klima und Meeresschutz small

Beitragsbild Müllsammeln am Strand

Kreislauf schließen, Abfall vermeiden

Selbst Länder, die dank fortschrittlichen Abfallmanagements bereits „Öko“-Vorreiter sind, können bei den Sammel- und Trennsystemen für Plastikabfälle und deren Recycling besser werden. Auch eine Ausweitung von Pfandsystemen und generell neue Mehrweglösungen werden in jüngerer Zeit viel diskutiert und eingefordert. Und schließlich könnten künftig innovative Verfahren wie das chemische Recycling eine Nutzung von Müll als Sekundärrohstoff bei jenen Abfallfraktionen möglich machen, die bislang kaum zurück im Kreislauf landen.

Globale Lösungen gefragt

Die Fortschritte, die von Wirtschaft und Industrie in Deutschland und Europa erzielt werden, brauchen allerdings die richtigen politischen Rahmenbedingungen und Unterstützung aus der Forschung ebenso wie seitens der Zivilgesellschaft. Deshalb ist die stärkere Sensibilisierung durch Aktionstage wie den World Cleanup Day auch so wichtig. Doch der World Cleanup Day bezweckt mehr: Nicht nur die Menschen in den Industriestaaten müssen ihre Hausaufgaben vor Ort erledigen – es darf dabei nicht vergessen werden, dass das Abfallproblem nicht an Landesgrenzen Halt macht und daher globale Anstrengungen erforderlich macht.

Das Engagement der Kunststoffindustrie

Auch aus diesem Grund hat sich die Kunststoffindustrie weltweit in einem Zusammenschluss von Verbänden der Branche vernetzt und bereits 2011 die Global Plastics Alliance (GPA) gegründet. Aktuell zählt die GPA fast 400 internationale Aktivitäten, die bereits seit längerem laufen oder nun abgeschlossen worden sind. Die Vielfalt unter den Projekten ist groß: Sie reicht von Strandsäuberungen und regionalen Cleanups über den behördlichen Ausbau der Abfallsysteme bis hin zu Sensibilisierungs- und Bildungskampagnen sowie globaler Forschung. Vor allem beim Abfallmanagement spielen dabei innovative Lösungen für das Recycling und die Kreislaufführung von Kunststoffen eine wichtige Rolle.

Aktionen rund um den Globus

Das Engagement der Branchenverbände wird seit 2018 auch durch die Aktivitäten der Alliance to End Plastic Waste flankiert, einem Zusammenschluss von über 50 Unternehmen der Chemie-, Kunststoff- und Konsumgüterindustrie. Die Initiative arbeitet mit Regierungen, Organisationen und NGOs aus den Bereichen Umwelt und Wirtschaftsentwicklung zusammen und konzentriert sich auf Lösungen in vier strategischen Bereichen: Infrastruktur, Innovation, Bildung und Engagement sowie Abfallsammlung.

Im wahrsten Sinne des Wortes vor der eigenen Haustür kehren kunststofferzeugende Unternehmen und ihre Partner und Kunden bei der Operation Clean Sweep® (OCS). Ziel des Programms ist es, Granulatverluste in der Produktion und der gesamten Lieferkette zu vermeiden und so aquatische Systeme vor Umweltbelastungen zu schützen. Die bisherigen Erfolge werden in jährlichen Reports umfangreich dokumentiert.

Einsatz der Kunststofferzeuger in Deutschland

Während der deutsche Verband der Kunststofferzeuger PlasticsEurope Deutschland sich aktiv in der GPA sowie dem OCS-Programm einbringt, betreibt er hierzulande ein eigenes Gewässerschutz-Engagement. So zum Beispiel bei verschiedensten Cleanup-Events, etwa zusammen mit dem Clean River Project in Düsseldorf und Berlin sowie im Rahmen des Rhine CleanUp 2021, bei dem auch PlasticsEurope Präsident und Covestro CEO Markus Steilemann aktiv mitwirkte. Zudem beteiligt sich PlasticsEurope Deutschland auch an der Pop-up Fotoausstellung PURESGOLD (12. – 26. September 2021) an der Neuen Schule für Fotografie in Berlin-Mitte.

Unterstützt wird der Verband bei diesen Aktionen oftmals von Athlet:innen der Kanu-Nationalmannschaften. Denn seit mehr als 20 Jahren unterstützt PlasticsEurope Deutschland den Deutschen Kanu-Verband (DKV) im Rahmen der Sponsoringinitiative Team Kunststoff und teilt zusammen mit dem DKV das Ziel sauberer Flüsse, Seen und Meere. Weiterhin informieren und sensibilisieren PlasticsEurope Deutschland und der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen Verbraucher:innen gezielt zum Klima- und Gewässerschutz über die gemeinsame Plattform „Sicher Verpackt“.

Mit an Bord bei den Aktionen ist immer auch der Müll- und Unrat-Sammel-Sack (MUSS), mit dem zu Wasser und zu Lande alles eingesammelt werden kann, was nicht in unsere Umwelt gehört. So kann jeder ohne großen Aufwand seinen Beitrag zum Erhalt sauberer Gewässer leisten. Übrigens: Der MUSS-Sammelsack ist aus recyceltem Plastik und zeigt so exemplarisch, wie gut Kunststoff im Kreis geführt werden kann.

Es kommt auf jeden an!

Jede Maßnahme für sich ist ein wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zu einer sauberen Umwelt. Denn beim Ziel, die Umwelt weltweit von achtlos weggeworfenem Abfall zu befreien, kommt es auf jeden Einzelnen an. Auch die Kunststoffindustrie ist sich ihrer Verantwortung bewusst: Sie unterstützt die Abkehr vom Littering und die Hinwendung zur Kreislaufwirtschaft.

Weitere Informationen:

  • Stoffstrombild Kunststoffe: Ausführliches Nachschlagewerk mit Zahlen und Fakten zu Produktion, Verbrauch, Abfallaufkommen und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland.
  • VCI-Politikbrief „Zukunft Kunststoffe“: Erklärt, wie die Chemie- und Kunststoffbranche an Lösungen für das Plastikproblem in der Umwelt arbeitet.
  • Die vielfältige Kunststoffindustrie in Deutschland setzt sich mit der Initiative “Wir sind Kunststoff” und der zugehörigen Online-Plattform “Dein Kunststoff” gemeinschaftlich für Kreislaufwirtschaft ein.