Medienschau - Kreislaufwirtschaft nicht gefährden, sondern stärken

Medienschau – Kreislaufwirtschaft nicht gefährden, sondern stärken

Die Branche des Wertstoff-Recyclings erzielt schon heute mit 70 Milliarden Euro pro Jahr einen gigantischen Branchenumsatz. Das Ausbaupotential der Branche ist enorm. Die Einführung einer europaweiten Abgabe auf nicht recycelte Kunststoffverpackungen – vulgo Plastiksteuer – würde die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen jedoch gefährden. Experten und Verbände schlagen deshalb Alarm und fordern ein Umdenken.

Experten aus Industrie und Wirtschaft zweifeln an EU-Plastiksteuer

Abfall Verwertung bei Plastik verpackung - Deponie-Verbot Recycling EnergiegewinnungWährend EU-Ratspräsident Charles Michel mit der Einführung der EU-Steuer die so genannte Brexit-Lücke im EU-Haushalt schließen will, bemängeln Fachleute die fehlende Zweckbindung dieser Abgaben und weisen darauf hin, dass wichtige Details noch geklärt werden müssen (siehe Artikel Volksfreund.de). Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) und die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen gehen mit ihrer Stellungnahme Diskussion um EU-Haushalt noch einen Schritt weiter und fordern den Vorstoß für eine Plastiksteuer zurückzuweisen. Stattdessen plädieren sie für eine Deponieabgabe, um die Kreislaufwirtschaft nicht zu gefährden.

Mehr Zustimmung findet der European Plastics Pact (Europäischer Plastik-Pakt), der jüngst auch von Österreich unterzeichnet wurde. Der European Plastics Pact bringt Stakeholder aus der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette zusammen mit dem Ziel einer Problemlösung für den Einsatz von Plastik: vom Design der Produkte über die Vermeidung bzw. Reduktion fossiler Einsatzstoffe, die Steigerung der Sammel-, Sortier- und Recyclingkapazität bis zur Steigerung des Einsatzes recycelter Kunststoffe.

Zukunftsbranche Recycling weiter fördern

Weniger Kunststoffverpackung Steigender CO2 Ausstoss Durch Anderes Material 06Welches Potential im Wertstoff-Recycling steckt, stellt der Deutschlandfunk-Artikel „Das Müllionengeschäft“ heraus. Rund 70 Milliarden Euro Branchenumsatz pro Jahr generiert die Branche und beschäftigt 280.000 Personen in etwa 10.000 Unternehmen mit dem Sammeln von Abfällen, Sortieren und Wiederverwerten. Darüber hinaus macht der Artikel deutlich, dass jede Tonne Primärrohstoffe, die wir nicht einsetzen, unsere Umwelt entlastet. Dadurch werden Energie gespart, CO2-Emissionen vermindert und natürliche Rohstoffquellen geschont.

An dieser Stelle möchten wir gerne auf die exzellent aufgearbeiteten Materialen der Drogeriemarktkette DM hinweisen. Egal, ob im Video, auf der Website oder in Deutschlands auflagenstärksten Einzelhandel-Kundenmagazin Alverde, die Drogerie beleuchtet regelmäßig das Eco-Design von Verpackungen, die Aspekte der Kreislaufwirtschaft und das Für und Wider für bestimmte Verpackungslösungen.


Auch die Sendung „Alu, Papier, Plastik – Wir müssen weg vom Verpackungsmüll“ auf www.planet-wissen.de vom 8. Juni beschäftigt sich in aller Sachlichkeit mit der Bedeutung und den Entwicklungen bei Verpackungen aus verschiedensten Materialien. In der Sendung skizzieren Experten Lösungen auf, weg von immer größerem Ressourcenverbrauch und höheren Abfallbergen, zeigen aber auch Grenzen des Verpackungs-Recyclings.

Die Notwendigkeit, signifikanter Einsparungen von Ressourcen und klimaschädlichen Gasen steht auch im Zentrum des sechs Grundsätze umfassendes Diskussionspapiers. Im Newsroom-Artikel „Der Markt für Rezyklate braucht mehr Schwung“ stellen wir die Ziele der Verbände Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt und IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen kurz vor.

Innovationskraft der Branche ist ungebremst

Optimale Voraussetzungen für die Steigerung der Rezyklatquote werden bereits bei der Entwicklung von Kunststoffverpackungen geschaffen. Die Branche überzeugt hier immer wieder mit zahlreichen Innovationen, wie zum Beispiel

Hoffnungsträger in düsteren Zeiten

Innovationen wie diese und die oben genannte Innovationskraft braucht die Branche, denn die Wirtschaftszahlen 2019 versetzen Kunststofferzeuger in getrübte Stimmung. Denn auch wenn Corona die Einstellung zu Verpackungen verändert hat, blickt die Branche mit negativen Erwartungen auf das Pandemie-Jahr.

Dr Markus Steilemann Präsident Plasticseurope und CEO CovestroEin Hoffnungsträger ist der neue Chef im Kunststoffverband PlasticsEurope, Dr. Markus Steilemann, der die Verbandsarbeit in erster Linie noch stärker auf die Förderung von Nachhaltigkeit und insbesondere Kreislaufwirtschaft ausrichten will.

Einen weiterer Lichtblick ist die Nominierung der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen für den DGVM Innovation Award „Verband des Jahres“ 2020 in der Kategorie „Interessenvertretung und Kommunikation“. Die offensive und faktenbasierte und zugleich dialogorientierte Kommunikation und Interessenvertretung der IK im anspruchsvollen politischen und medialen Umfeld wird damit einmal mehr honoriert.

Hoffen wir, dass auch die neue Kampagne des Newsroom.Kunststoffverpackungen „sicher verpackt„, zur weiteren Versachlichung der Kunststoff-Diskussion beiträgt und dadurch unsere Zukunft mitgestaltet.

 

2020-07-20T08:16:00+02:00